Blog – 02.März 2021

Titel: Nach dem Shooting noch eine Idee…..
Ich hatte an diesem Tag ein Fotoshooting mit Wiebke. Wiebke ist Fotografin und Model und hat ein eigenes Studio. Das Thema „Portraitfotografie“ wollten wir mit unterschiedlichen Lichtsetzungen und dazu passenden Outfits umsetzten. Wir hatten schon mehr als 3 Stunden Shooting hinter uns gebracht und das Shooting war eigentlich beendet.    
Ich schaute mir noch einmal zusammen mit Wiebke die letzten Fotos auf dem Kameradisplay an, als Wiebke mich fragte, ob ich denn mit den Fotos und den Ergebnissen zufrieden sei. Da meine Antwort etwas zögerlich kam, fragte sie mich, ob ich noch mehr Fotos machen wollte oder noch eine Idee hätte, die wir noch umsetzen könnten.
„Ja“, war meine Antwort….“ich habe da noch eine Idee“. Ich hatte in den Fotopausen einen Karton in einer Ecke des Studios gesehen, in dem ein weißes Kunststoffnetz (Verpackungsmaterial) lag und mir kam die Idee, dieses Netz für Fotos zu nutzen. Zunächst dachte ich daran, das Netz vor das Objektiv zu halten, um eine leichte Unschärfe in die Fotos zu bekommen. Ich holte mir das Netz und hielt es vor das Objektiv und fotografierte hindurch. Das Ergebnis war gut, aber wir waren noch nicht zufrieden. Wiebke nahm dann das Netz und legte es sich, wie einen Schal um ihren Hals. Das Ergebnis war schon recht gut. Um den Effekt der Unschärfe bzw. den Verlauf der Unschärfe in den Bildern noch zu erhöhen, hielt ich einen zusammengeknüllten Streifen einer Klarsichtfolie (Haushaltsfolie) vor das Objektiv und fotografierte durch die Folie hindurch; der Effekt gefiel uns sehr und so fotografierten wir in diesem Stil weiter.
 Nach einigen Fotos war dann experimentieren angesagt; Wiebke zog sich das Netz jetzt über ihr Gesicht und poste mal lachend, mal entsetzt, mal verzweifelnd. Ihre Ausdrucksstärke war auf den Fotos sofort zu erkennen und zu sehen. Wir hatten an diesem „Spiel“ richtig Spass und fotografierten noch eine Zeit lang weiter und bekamen zur „Belohnung“ Fotos, die wir so nicht eingeplant hatten. Total positiv gestimmt und glücklich beendeten wir dann unser Shooting. 
Für mich (und ich denke auch für Wiebke) war es ein tolles und sehr erfolgreiches Shooting, das mir mal wieder gezeigt hat, experimentieren gehört zur Fotografie unbedingt dazu. Neues ausprobieren, ungewöhnliches in Fotos umsetzten, Positionen zum Model oder zu Gegenständen verändern, beim Fotografieren in Bewegung bleiben (auch geistig) und immer wieder probieren, probieren, probieren…..und selbst wenn es mal nicht so gut wird, wie man es sich vorgestellt hat, immer weiter seinen Zielen folgen und nicht aufgeben. Mir hat dieses Shooting gezeigt, wie viele Facetten ein Portraitshooting haben kann und welche Möglichkeiten ich habe, in und mit meinen Fotos etwas vom Leben -Freude und Leid- auszudrücken und zu zeigen. 
Technik:
Kamera: Nikon D800
Objektiv: Tamron 24-70mm 2,8
Licht: zwei LED-Dauerlichter (ein seitliches Licht und ein schräges frontales Licht mit reduzierter Stärke)
Ein LED-Dauerlicht mit Diffusor, ein LED-Dauerlicht mit Striplight.
Hintergrund: Dunkelgrau  

Zur Fotografie:
Blende 3,2 bei ISO 100 
Verschlußzeit 1/160 bis 1/320
manuelle Fokussierung